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Jagdtarn - was steckt dahinter?

02.02.2019 12:02

„Wenn Lodengrün eine gute Tarnfarbe wäre, dann wären alle Tiger und Leoparden lodengrün! Sind sie aber nicht! Warum wohl?“ Diese zugegebenerweise tolldreiste, aber nicht unlogische Theorie stammt von einem Freund des Gut Grambow Fieldsports, der öfter vor unserem Härkila-Regal steht als mit seiner Freundin bei den Damenschuhen von Deichmann. Doch ist da etwas Wahres dran an seiner Theorie? Und wenn ja, was?

Bekanntermaßen ist derjenige Jäger am erfolgreichsten, der möglichst lange von seiner Beute unbemerkt bleibt und sich ihr dadurch soweit nähern kann, dass der folgende Angriff erfolgreich endet. Damit das gelingt, hat die Natur selbst für ihre großen und kleinen vierbeinigen Jäger unterschiedliche Tarnmuster erfunden.

Leoparden, Geparde, Tüpfelhyänen, Luchse, Servale und Ginsterkatzen haben beispielsweise kleinteilig, laubähnlich strukturierte Fleckenmuster, die ihre Körperkonturen optisch auflösen. Nebelparder, Ozelot, Jaguar, aber auch afrikanische Wildhunde verfügen ein grobzellig bis „plackig“ aufgebautes Flecktarnmuster. Tiger, Streifenhyänen, Zebramangusten und Wildkatzen wiederum zeigen ein Tarnmuster, welches von vertikalen Streifen dominiert wird - analog zum vertikalen „Streifenmuster“ aufrecht stehender Baumstämme, Stauden, Bambus- und Schilfgräser.

Alle Tarnkonzepte findet man übrigens gleichzeitig auch bei den Beutetieren wieder. Nur dient es dann wiederum dazu, die Beute vor der Blicken potentieller Räuber möglichst lange zu verbergen. Das Fleckenmuster begegnet uns am augenfälligsten bei den laubfressenden Giraffen, aber auch bei einheimischen Rehkitzen und Hirschkälbern sowie Dam- und Sikawild wieder, während das Streifenmuster bei Grasland und Wald bewohnenden Hornträgern wie Bongo, Streifengnu, Buschbock und Kudu, aber auch bei Zebras und beim Okapi vorhanden ist. 

Von Berufsjägern erfunden

Menschliche Jäger wissen natürlich ebenfalls schon seit Jahrtausenden, dass Tarnung die Annährung an Beute erleichtert und somit den Jagderfolg verbessert. Man kann wohl davon ausgehen, dass bereits die „Kriegsbemalung“ vieler Urvölker ursprünglich zunächst auf der Jagd dazu diente, die Erkennbarkeit des menschlichen Jägers für seine Beute zu verringern. Auch die ersten Tarnanzüge der modernen Neuzeit, die „Ghillie Suits“, kamen letztlich aus der Jagd und nicht (wie vielfach fälschlich angenommen) aus dem Militär.

Zitat aus Wikipedia dazu: „Der Ghillie Suit geht auf die Berufsjäger (Gamekeeper) zurück, die auf den großen Landgütern des britischen Adels in Schottland tätig waren. Diese entwickelten den Ghillie Suit für die Jagd selbst und um unentdeckt Wilderern aufzulauern. Erstmals militärisch genutzt wurde der Ghillie Suit von den im Zweiten Burenkrieg gegründeten Lovat Scouts, die sich aus den Berufsjägern der schottischen Highlands rekrutierten und im Ersten Weltkrieg die erste ausgewiesene Scharfschützeneinheit der British Army wurden.“

Diese ersten Ghillie Suits für die Jagd imitierten vorhandene Elemente in der Natur wie Laubhaufen, Büsche oder Gräser und versuchten so, den Jäger in den natürlicherweise vorhandenen Strukturen der Natur „verschwinden“ zu lassen. Auch in der ersten Generation moderner Jagdbekleidung für Bogen- und Flintenjäger wurde dieses Konzept, den Jäger in seiner Umgebung „untergehen“ zu lassen, zunächst weiterverfolgt. Es entstanden eine Vielzahl von Laubwald- und Schilftarnmustern für die unterschiedlichsten Lebensräume, von denen „Mossy Oak“- und die verschiedensten „Realtree Max“-Designs nur die bekanntesten sind.

Einerseits war dieses Konzept seinerzeit sehr fortschrittlich und ist auch heute immer noch höchst erfolgreich, andererseits gab es aber auch ganz klare Grenzen: Sobald ein solches Tarnmuster sich nicht absolut perfekt in die Umgebung einpasste – wenn beispielsweise ein dunkel saftgrünes Laubwald-Dekor in einer vertrockneten, hellgelben Schilfumgebung verwendet wurde – war das bejagte Wild in der Lage,  den darin versteckten Jäger dennoch als Fremdkörper zu entdecken und dann anhand seiner sich abzeichnenden menschlichen Silhouette als den gefürchteten Jäger zu entlarven. Spätestens an dieser Stelle waren also die Möglichkeiten eines Tarnkonzeptes ausgereizt, welches ausschließlich davon lebte, den Jäger in seiner Umgebung „optisch einzupassen“.

Wild äugt anders

An dieser Stelle setzte vor wenigen Jahren ein neues Tarnkonzept für Jäger an: US-amerikanische Wildbiologen, Jäger und Tarnungs-Experten setzten sich gemeinsam zu einem Projekt zusammen, das darauf abzielte, den Jäger zu einem „Nichts“ zu machen. Die Idee dahinter: Der Jäger sollte nicht wie früher sich in der Landschaft verbergen, sondern selbst zu einem Teil der Landschaft werden – allerdings eines, bei dem für das bejagte Wild nicht die alarmierende Silhouette des Jägers erkennbar wird.

Um das zu verstehen, müssen wir akzeptieren, dass unser Wild im wahrsten Sinne die Umwelt mit anderen Augen sieht als wir Menschen. Während unser Sehfeld beispielsweise nur eine Winkelöffnung von 120 Winkelgraden aufweist, aber dafür eine hervorragende Tiefenauflösung hat und exzellentes räumliches Sehen ermöglicht, haben die meisten Wildwiederkäuer einen Rundumblick von 280 Grad, der durch eine simple Drehung des Kopfes sogar zu einer vollen 360 Grad Rundumsicht wird. Der Preis für die nahezu perfekte Rundumsicht ist jedoch, dass das räumliche Sehen, die Sehschärfe und das Farbsehen schlechter ausgeprägt ist als bei uns Menschen.

So sehen unsere Schalenwildarten nach neueren Forschungen kein Rot. Stattdessen wird ihre Farbwelt in Gelb, Blau und Grau dargestellt. Eine vermeintlich tarngrüne Jäger-Silhouette wird also in Wahrheit als graue Silhouette wahrgenommen – und je dunkler das Jägergrün, desto dunkler und somit auffälliger auch die vom Schalenwild als grau gesehene Jägerfigur.

Viele Vogelarten hingegen können nicht nur ausgezeichnet sämtliche auch für uns sichtbaren Farben erkennen, sondern zusätzlich auch das für Menschen unsichtbare UV-Licht. Nach Erkenntnissen aus der Wissenschaft äugt Federwild daher mindestens genauso gut wie wir, Greifvögel und Eulen im Besonderen sogar besser als der Mensch. Außerdem haben Vögel in der Luft zusätzlich den Vorteil der „erhöhten Aussichtsposition“. Der alte Jägerspruch „auf jeder Feder ein Auge“ bekommt vor diesem Hintergrund erst seinen wahren Sinn…

Die meisten jagbaren Federwildarten sind jedoch im Naturkreislauf gleichzeitig auch Beutetiere anderer Räuber und daher wie fast alle Fluchttiere mit einem „Panoramablick“, also praktisch mit Rundum-Sicht, zur rechtzeitigen Feinderkennung ausgestattet. Diese besondere Fähigkeit zum Rundumblick geht aber ähnlich wie beim Schalenwild zu Lasten anderer „Seh-Parameter“: Das Kontrastsehen, das Sehen scharfer Kanten und die Wahrnehmung räumlicher Tiefe ist bei den meisten Federwildarten schlechter ausgeprägt als bei uns Menschen.

Tarnkonzepte aus der Natur

Was zunächst für uns Jäger wie Science fiction klingt, hat also für die Jagdpraxis eine ganz erhebliche Bedeutung. Die Tatsache, dass Schalenwild Grün eben nicht als Grün wahrnimmt, menschenähnliche Silhouetten jedoch als Mensch identifiziert, erklärt beispielsweise, warum uns die einfarbig grüne Jagdbekleidung keine ausreichende Tarnung gibt. Wir glauben zwar, in lodengrüner Kleidung vor laubgrünem Hintergrund gut getarnt zu sein – aber die Farbwelt der Schalenwildarten, die kein Grün kennt, fällt darauf nicht herein.

Wer bei der Jagd für Wild unsichtbar bzw. zumindest nicht als Mensch identifizierbar sein möchte, muss also in Sachen Tarnung andere Wege beschreiten. Sich einfach nur Grün einzukleiden, reicht nicht. Es gilt stattdessen, vermittels optischer Täuschungseffekte das schwächer ausgeprägte räumliche Sehvermögen und die mangelnde Tiefenschärfe der bejagten Wildarten auszunutzen.

An dieser Stelle setzt das jagdliche Tarnkonzept der neuesten Generation an: GORE ™ OPTIFADE ™. Es soll das erste jagdliche Tarndekor sein, dass sich an den Sehfähigkeiten des Wildes orientiert statt an den Sehfähigkeiten des menschlichen Auges. Anstatt Blätter, Zweige, Halme usw. möglichst naturgetreu nachzubilden, halten sich OPTIFADE ™- Dekore mit digitalen Mustern an das universell einsetzbare Prinzip der Tarnung, das darauf abzielt, Silhouetten zu verschleiern - so wie es die Natur bei Leoparden- und Tigerfellen erfunden hat. Dies hat zum einen Vorteil, dass diese Dekore in unterschiedlichen Vegetations-Umgebungen gleichermaßen gut funktionieren. Zum anderen verhindern sie selbst dann, dass der Mensch als Mensch erkannt wird, wenn das Wild den damit gekleideten Jäger zumindest als Objekt in der Landschaft bemerkt hat. Die Mikro- und Makromuster des OPTIFADE ™-Designs lassen nämlich die menschliche Silhouette für das Wild „in der Landschaft zerfließen“. Oder wie es die Erfinder dieser Tarndekore nennen: Der Jäger wird zu einem „Nichts“ in der Landschaft.

Wann ist Jagdtarn besonders erfolgreich:

1. Pirschjagd

2. Lockjagd auf Haar- und Federwild

3. Ansitzjagd auf Leitern und anderen offenen Ansitzeinrichtungen

4. Abendstrich auf Enten und Gänse

5. Bogenjagd / Auslandsjagd


Übrigens:
Weil Schalenwild eine "Rot-Grün-Schwäche" hat, funktioniert  jagdliches Camouflage auch dann, wenn die sonst grüne Farbe durch Signalrot ersetzt wurde. Deshalb gibt es für Drückjagden Camo-Blaze und ähnliche "Signal-Tarn-Farben". Bei Federwild jedoch, das über eine ausgezeichnete Farbwahrnehmung verfügt, funktioniert dies nicht!

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